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Kann man sich eine Fußball-Weltmeisterschaft ohne KI vorstellen?

07/07/2026
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Mundial de fútbol 2026

Das ist zweifellos schwer vorstellbar. Doch vielleicht liegt das eigentliche Interesse heute nicht mehr darin, zu sehen, wie weit Künstliche Intelligenz gehen kann, sondern darin zu verstehen, wie man sie effizient einsetzt und den von ihr erzeugten Mehrwert misst.

Wenn wir vor zwei Jahren in diesem Blog die Olympischen Spiele in Paris als die Spiele der KI bezeichnet haben, bestätigt die Weltmeisterschaft 2026, dass diese Technologie kein Differenzierungsmerkmal mehr ist, sondern zu einem wesentlichen Bestandteil der Organisation und Durchführung eines großen Sportereignisses geworden ist.

Ein besonders repräsentatives Beispiel ist Football AI Pro, ein auf generativer Künstlicher Intelligenz basierender Assistent, der in der Lage ist, Millionen von Fußball-Daten zu analysieren, um den Nationalmannschaften vor und nach den Spielen taktische Informationen bereitzustellen. Im Gegensatz zu universellen Modellen stützt sich dieses Tool auf ein speziell mit der Taxonomie und den offiziellen Daten der FIFA trainiertes Sprachmodell. Dadurch ist es möglich, kontextbezogene Spielanalysen zu erstellen und komplexe Fragen zum Spielverlauf zu beantworten, die auf den jeweiligen Spielkontext zugeschnitten sind.

Künstliche Intelligenz ist auch im Schiedsrichterwesen präsent – etwa durch dreidimensionale Spielermodelle, die die Genauigkeit der halbautomatischen Abseitsentscheidung verbessern, durch intelligente Stabilisierungssysteme für Schiedsrichterkameras, die in Echtzeit schärfere Bilder liefern, sowie durch Werkzeuge, die automatisch Zusammenfassungen, Wiederholungen und personalisierte Inhalte für Übertragungen, digitale Plattformen und Fans erstellen können.

Über diese einzelnen Anwendungen hinaus ist das wirklich Bedeutende, dass KI bereits in die gesamte Produktions- und Analysekette des Events integriert ist und dabei hilft, Entscheidungen zu treffen, das Zuschauererlebnis zu verbessern und Prozesse zu optimieren, die noch vor wenigen Jahren vollständig manuell durchgeführt werden mussten.

Allerdings gibt es hinter all dieser Innovation eine für die Zuschauer weit weniger sichtbare Frage: Was bedeutet es aus operativer und wirtschaftlicher Sicht, ein so komplexes KI-Ökosystem am Laufen zu halten? Und vor allem: Wie lässt sich der tatsächlich erzeugte Wert messen?

Die FIFA hat diese Zahlen nicht veröffentlicht, und zudem ist es nicht einfach, die spezifischen Kosten der KI zu isolieren, da sie Teil einer viel umfassenderen technologischen Infrastruktur ist, die Kommunikation, Sensorik, Datenanalyse und audiovisuelle Produktion umfasst. Gerade diese mangelnde Transparenz verdeutlicht eine der großen aktuellen Herausforderungen der KI: über Mechanismen zu verfügen, die es ermöglichen, ihren Einsatz zu messen, zu steuern und zu optimieren, um sicherzustellen, dass sie tatsächlich einen realen Mehrwert schafft.

Diese Überlegung geht über den Sportbereich hinaus und steht in direktem Zusammenhang mit der Herausforderung, der sich viele Organisationen heute stellen müssen. Die massenhafte Einführung generativer KI hat ein neues Paradigma geschaffen: Erstmals sind viele Softwarefähigkeiten mit variablen Kosten verbunden, die vom Verbrauch von KI-Modellen abhängen. Die Herausforderung besteht heute nicht mehr nur darin, Künstliche Intelligenz einzuführen, sondern sie zu steuern, zu messen und effizient einzusetzen.

Auch bei GMV sind wir von dieser Herausforderung nicht ausgenommen. Die Verfügbarkeit von Nutzungsmetriken, Governance-Mechanismen und Kriterien zur Auswahl des jeweils am besten geeigneten Modells für jeden Anwendungsfall entwickelt sich zunehmend zu einem strategischen Faktor. Die Frage ist nicht mehr nur, wie viel die Nutzung von KI kostet, sondern wie sich der Wert jeder Interaktion mit diesen Modellen maximieren lässt, wie sich Best Practices für ihre Nutzung identifizieren lassen und wie eine nachhaltige Nutzung sichergestellt werden kann, während ihre Verbreitung innerhalb von Organisationen weiter zunimmt.

Denn genau wie bei einer Weltmeisterschaft misst sich der Erfolg nicht daran, wie viel Künstliche Intelligenz zum Einsatz kommt, sondern daran, inwieweit sie bei jeder Entscheidung und mit jedem investierten Euro einen Mehrwert schafft.

 

Autor: Jesús Mariano Pascual Díaz 

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