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GMV führt den technologischen Kampf gegen die invasive Alge an, die die marine Biodiversität bedroht

08/07/2026
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Die Stadtverwaltung von Cascais setzt auf Satelliten und künstliche Intelligenz, um die Ausbreitung einer invasiven Alge an der portugiesischen Küste zu überwachen und vorherzusagen

Praia da Rainha

Eine invasive Algenart aus dem Pazifik breitet sich unbemerkt entlang der portugiesischen Küste aus und stellt inzwischen eine zunehmende Bedrohung für Strände, die marine Biodiversität und die wirtschaftliche Tätigkeit dar.

Um diesem Phänomen zu begegnen, setzt die Gemeinde Cascais auf eine innovative Lösung, die auf Raumfahrttechnologie, künstlicher Intelligenz und Meereswissenschaften basiert und vorhersagen kann, wann und wo die Alge die Küste erreichen wird.

Das Projekt mit dem Namen EO4RO (Earth Observation for the Mapping and Monitoring of Rugulopteryx okamurae) wird zwölf Monate lang von einem Konsortium durchgeführt, das aus dem portugiesischen Team von GMV und dem Plymouth Marine Laboratory, einem der international führenden Forschungszentren für Meereswissenschaften, besteht. Das Vorhaben wird von der Stadtverwaltung von Cascais finanziert.

Die invasive Art Rugulopteryx okamurae, eine Braunalge aus dem asiatischen Pazifikraum, wurde erstmals 2002 im Mittelmeer nachgewiesen und hat sich seither rasch in den Atlantik ausgebreitet. In den vergangenen Jahren hat sie sich in verschiedenen europäischen Küstengebieten angesammelt und erhebliche Reinigungskosten, negative Auswirkungen auf den Tourismus, Probleme für den Fischereisektor sowie die Beeinträchtigung natürlicher Lebensräume verursacht.

„Diese Zusammenarbeit zeigt das Potenzial der Kooperation zwischen Wissenschaft, Technologie und kommunaler Verwaltung bei der Bewältigung neuer Umweltprobleme. Cascais möchte seine Vorreiterrolle bei Innovationen zum Schutz und zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Küstenregion weiter ausbauen“, erklärt Nuno Piteira Lopes, Bürgermeister von Cascais.

Dem Problem einen Schritt voraus sein – bevor die Alge den Strand erreicht

Derzeit erfolgt die Überwachung dieser Ereignisse überwiegend reaktiv: Maßnahmen werden erst ergriffen, wenn die Alge bereits die Küste erreicht hat. Ziel von EO4RO ist es, diesen Ansatz umzukehren und das Auftreten sowie das Erreichen der Strände frühzeitig vorherzusagen.

Mithilfe von Satellitenbildern, ozeanografischen Daten, meteorologischen Informationen und Algorithmen der künstlichen Intelligenz wird das System seine Fähigkeit bewerten,

  • das Auftreten von Algenblüten (blooms) und Küstenansammlungen vorherzusagen,
  • das Ausmaß der Ausbreitung nahezu in Echtzeit zu kartieren,
  • den Transport der Algen durch Meeresströmungen und Wind zu simulieren,
  • betroffene Meereslebensräume zu identifizieren und zu kartieren,
  • automatische Warnmeldungen an Behörden und Bevölkerung auszugeben.

Dieselbe technologische Methodik wird bereits heute in kritischen Bereichen eingesetzt, etwa bei der Vorhersage von Ölverschmutzungen, der Umweltüberwachung und der Analyse extremer Naturereignisse.

„Wir wenden Technologien, die zur Bewältigung globaler Herausforderungen entwickelt wurden, auf ein sehr konkretes Problem an, das Strände, Ökosysteme und lokale Wirtschaften betrifft. Innovation entfaltet ihren wahren Wert, wenn sie das Leben der Menschen verbessert und zum Schutz unseres Lebensraums beiträgt“, erklärt Filipe Brandão, Senior Project Manager bei GMV Portugal.

Raumfahrttechnologie im Dienst der Gesellschaft

GMV verfügt über eine starke Präsenz im Raumfahrtsektor und jahrzehntelange Erfahrung in den Bereichen Erdbeobachtung und Geodatenanalyse. Das Unternehmen kann auf eine umfassende Beteiligung am Copernicus-Programm zurückblicken und hat im Rahmen dieses Programms Missionsplanungssysteme für Sentinel-1, Sentinel-2, Sentinel-3, Sentinel-6 sowie CO2M während ihres gesamten Lebenszyklus entwickelt, betrieben und gewartet. Darüber hinaus arbeitet GMV mit führenden Institutionen wie der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), dem Satellitenzentrum der Europäischen Union (SatCen) sowie weiteren bedeutenden europäischen Einrichtungen zusammen.

Cascais könnte zu einem europäischen Vorreiter werden

Das Plymouth Marine Laboratory genießt international hohes Ansehen für seine wissenschaftliche Forschung im Bereich der Ozeanografie sowie für den Einsatz von Fernerkundungsdaten zur Untersuchung mariner Ökosysteme.

Sollte das Projekt erfolgreich verlaufen, könnte Cascais die erste portugiesische Kommune werden, die eine integrierte Lösung dieser Art testet, und sich zugleich als europäisches Referenzbeispiel für intelligentes Küstenmanagement etablieren.

Das Modell könnte auf weitere gefährdete Regionen übertragen werden – von der Algarve bis zu den Kanarischen Inseln sowie vom Mittelmeer bis zum Nordatlantik.

„Wenn es uns gelingt, das Problem vorherzusagen, bevor es eintritt, gewinnen wir Zeit, senken die öffentlichen Kosten und verbessern den Umweltschutz. Genau darin liegt das eigentliche Potenzial dieses Projekts“, so Filipe Brandão.

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