Startseite Kommunikation Nachrichten Zurück New search Date Min Max Luftfahrt Automobilindustrie Unternehmen Cyber-Sicherheit Verteidigung und Sicherheit Finanzen Gesundheitswesen Industrie Intelligente Verkehrssysteme Digitale öffentliche Dienste Dienstleistungen Raumfahrt TelekommunikationTechnologie-Demonstration GEXTRECS demonstriert die Sicherheit der Satellitenkommunikation in Krisensituationen 23/02/2026 Drucken Teilen In ernsten Notsituationen fällt zuerst oft nicht nur der Strom aus, sondern es reißen auch die Verbindungen ab. Die Mobilfunknetze sind überlastet, Telefonmasten haben keinen Strom und Internetverbindungen fallen aus. Für Notfalldienste können Kommunikationsausfälle schnell zu einem weiteren großen Problem werden: Teams können sich nur schwer abstimmen, Live-Updates austauschen, Hilfe rufen oder sensible Informationen sicher teilen. Diese Herausforderung aus dem wirklichen Leben, unter solchen Bedingungen die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger Europas zu gewährleisten, war Gegenstand von GEXTRECS, dem Projekt Horizont Europa, das von der Agentur der Europäischen Union für das Weltraumprogramm (EUSPA) geleitet wird und von Februar 2024 bis Januar 2026 läuft.GEXTRECS konzentrierte sich auf ein klares und praktisches Ziel: Es sollte demonstriert werden, wie sichere Satellitenkommunikation in Krisensituationen wirksam helfen kann, wenn insbesondere bei grenzüberschreitenden Notfällen großen Ausmaßes terrestrische Netze nicht verfügbar, unzuverlässig oder gefährdet sind.Satellitenkommunikation ist nichts Neues, aber ihr effektiver Einsatz im Katastrophenfall ist keine leichte Aufgabe. In zeitkritischen Situationen benötigen die Einsatzteams Lösungen, die sicher sind, schnell aktiviert werden können und in Stresssituationen einfach zu handhaben sind. Es wird erwartet, dass verschiedene Organisationen wie Feuerwehren, medizinische Teams, Katastrophenschutzbehörden und maritime Einheiten zusammenarbeiten und dabei oft unterschiedliche Konnektivitätssysteme verwenden.GEXTRECS lieferte dazu eine Lösung in Form eines Servicepakets zum Krisenmanagemen per GOVSATCOM, das auf die tatsächlichen operativen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Zu den bewährten Hauptmerkmalen gehören: Sichere und unabhängige Kommunikation bei Ausfall öffentlicher Netze, Schnelle Aktivierung und Bereitstellung, Operative Resilienz gegenüber wechselhaften Umständen, Interoperabilität zwischen Organisationen und Netzen, und Nutzung von Synergien der Komponenten des EU-Raumfahrtprogramms zum Krisenmanagement: GOVSATCOM, Kopernikus und Galileo.Live-Demonstration unter realistischen KatastrophenbedingungenDer Vorzeigetest des Projekts fand während der GEXTRECS-Live-Demonstrationsveranstaltung am 23. Oktober 2025 statt, an der fast 200 Teilnehmer teilnahmen und bei der Operationen in Voerde (Deutschland) und im Hafen von Vigo (Spanien) miteinander verbunden wurden. Die Übung basierte auf einem realistischen Szenario: ein Erdbeben der Stärke 7,4 vor der Küste von Porto, das weitreichende Schäden an der Infrastruktur und einen Totalausfall der 5G/LTE-Konnektivität für mindestens 36 Stunden verursachen würde.Zwei erfahrene Teams führten die Übung unter Anwendung realer Notfallmaßnahmen durch. ISAR Deutschland leitete Such- und Rettungsaktivitäten am Boden, einschließlich einer simulierten Suche mit Hunden nach einem lebenden Opfer in einem Trümmergebiet. UTM-CSIC (Spanien) koordinierte die maritime Komponente an Bord des Forschungsschiffs Sarmiento de Gamboa und simulierte die Lieferung von Grundversorgungsgütern in das Krisengebiet sowie die Evakuierung von Patienten.Diese Konfiguration mit dem Schiff (maritime Komponente) und dem Einsatzleitzentrum (MCC) - Base of Operations (BoO) - spiegelt wider, wie echte grenzüberschreitende Notfälle mit mehreren Teams, Standorten und dem ständigen Druck, schnell genaue Informationen auszutauschen, ablaufen.Einer der Kerngedanken von GEXTRECS besteht darin, dass sichere Satellitendienste im Krisenfall einfach angefordert und aktiviert werden können. Komplexe Verfahren können dann, wenn es auf jede Minute ankommt, um Leben zu retten, wertvolle Zeit kosten.Im Rahmen des Projekts wurde der Prototyp eines innovativen Tools namens Dynamic Planner vorgestellt, das den Einsatzkräften dabei helfen soll, die von ihnen benötigten Kommunikationsdienste - Sprachanrufe, Videokonferenzen, Datenaustausch, Bildübertragung und IP-Dienste - anzufordern und diese automatisch und optimal auf die verfügbaren Satellitenressourcen abzustimmen, und zwar kontinuierlich, effizient und nahtlos.Parallel dazu wurde nachgewiesen, dass ein Netzwerk-Balancer die Stabilität der Kommunikation bei sich ändernden Bedingungen aufrechterhalten kann, einschließlich des sicheren Wechsels zwischen verschiedenen Satellitenkanälen und zwischen Satelliten- und terrestrischen Verbindungen.Über die Konnektivität hinaus demonstrierte GEXTRECS auch Galileo-basierte Lösungen zur robusten Positionierung und Zeitmessung, die Schwachstellen wie Spoofing und Jamming angehen. Im Rahmen des Projekts wurden Galileo OSNMA zum Prüfen der Authentizität von Navigationsnachrichten und eine Low-PRS-Methodik zur autorisierten und verschlüsselten Positionierung präsentiert. Während der Live-Demonstration wurden Ortungsanfragen und -antworten über sichere Satellitenverbindungen zurück an das Missionskontrollzentrum übertragen und somit das Vertrauen in die Ortung und die Datenkommunikation gestärkt.Um die Lösungen noch besser auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Nutzer abzustimmen, arbeitete GEXTRECS mit den Teilnehmern an der groß angelegten Feldübung BULGARIA 2025 (7.-12. September 2025)des Euro-Atlantic Disaster Response Coordination Centre (EADRCC) der NATO zusammen.Mit über tausend Teilnehmern, die 46 Länder und Organisationen vertraten ( ), bot die Übung eine einzigartige Gelegenheit, Krisenmanagement in großem Maßstab zu beobachten und strukturiertes Feedback von Fachleuten einzuholen. GEXTRECS führte Feldbeobachtungen durch und setzte einen speziellen Fragebogen ein, um die Erwartungen an eine sichere End-to-End-Satellitenkommunikation in Extremsituationen zu erfassen, ohne persönliche oder sensible Daten zu erheben.„Satellitenverbindung ist ein wesentlicher Dienst für einen gut funktionierenden Staat im 21.Jahrhundert . Polen geht die Entwicklung dieser Technologien mit großem Verantwortungsbewusstsein an. Wir sind entschlossen, in strategische Fähigkeiten wie die sichere Satellitenkommunikation zu investieren. Die Teilnahme an Projekten wie GEXTRECS ermöglicht es uns, Kompetenzen zu entwickeln, operative Erfahrungen zu sammeln und langfristige Beziehungen zu den besten Partnern in der Branche aufzubauen“, erklärte Marta Ewa Wachowicz, Präsidentin der polnischen Raumfahrtbehörde. GEXTRECS endete im Januar 2026 und seine Botschaft ist klar: Wenn Katastrophen wichtige Infrastrukturen stören, lassen sich Notfallmaßnahmen durch sichere Satellitenkommunikation aufrechterhalten. Schnellere Koordinierung, sicherere Einsatzkräfte und ein zuverlässiger Informationsfluss können gerade dann, wenn es auf Kommunikation ankommt, Rettungseinsätze beschleunigen und die Unterstützung für die betroffenen Gemeinschaften wirksamer machen.Zusätzlich wird Schulungsmaterial zu GEXTRECS in Form von Demonstrationsvideos die Bildungsinhalte der E-Learning-Plattform ENTRUSTED bereichern , auf die alle kostenlos zugreifen können, die eigene Fähigkeiten ausbauen und ihr Wissen über die Grundlagen der sicheren Satellitenkommunikation auffrischen möchten.Über GEXTRECSGEXTRECS (GOVSATCOM Extreme Events Crisis Management Service) ist ein Forschungsprojekt, das darauf abzielt, ein integriertes Paket Dienstleistungen zum Krisenmanagement per GOVSATCOM der EU zu definieren und zu demonstrieren. Der Schwerpunkt liegt dabei auf einer durchgängigen, sicheren, schnell einsetzbaren und benutzerfreundlichen Weltraumkommunikation, wobei Synergien mit Copernicus und Galileo genutzt werden, um die Fähigkeit der EU zur Bewältigung von und Reaktion auf Massenkatastrophen zu verbessern. Dieses Projekt wurde mit Mitteln aus dem Forschungs- und Innovationsprogramm Horizont Europa der Europäischen Union gemäß Zuschussvereinbarung Nr. 101129626 finanziert.GOVSATCOM (Government Satellite Communications) ist eine Komponente des EU-Raumfahrtprogramms mit dem Ziel, sichere, robuste und kostengünstige Satellitenkommunikation für kritische Sicherheits- und Katastrophenschutzmissionen und -operationen der EU und ihrer Mitgliedstaaten (einschließlich öffentlicher Dienste und Einrichtungen) bereitzustellen. Das Programm EU GOVSATCOM ist seit Mitte Januar 2026 in Betrieb. Der GOVSATCOM-Hub wird derzeit von der EUSPA verwaltet. 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